Rost am Wohnmobil 2


Wohnmobile am Strand

 

Warum Wohnmobile nicht „artgerecht“ konserviert sind!

 

Wohnmobile leben länger…

Die Automobilindustrie definiert ein Fahrzeugleben mit einer Dauer von 10 Jahren und einer Laufleistung von 150.000 km. Während dieser Zeit sollte alles am Fahrzeug reibungslos funktionieren, ohne das grössere Reparaturen fällig werden. Das betrifft auch die Rostvorsorge – also die Hohlraumkonservierung und den Unterbodenschutz.

Wohnmobile haben aber die doppelte bis dreifache Lebenserwartung. Was wird von Seiten der Hersteller dafür getan? – Scheinbar NICHTS oder nicht sehr viel! Obwohl man dies doch eigentlich in einem so hochpreisigen Fahrzeugsegment als selbstverständlich erwarten sollte.

Das überlässt man dann dem Käufer und Benutzer. Aufklärung und entsprechende Hinweise durch die Händler – meistens auch hier Fehlanzeige – es kostet ja zusätzlich Geld.

Schaut man sich den Unterboden und die Hohlräume eines neuen Wohnmobils genauer an, erkennt man das Problem sofort. Als Basis werden zum grössten Teil für Transporter konstruierte Fahrgestelle verwendet, die viele Kilometer in kurzer Zeit schaffen sollen. Lange leben müssen sie jedoch nicht. Da spielt die Langzeitkonservierung überhaupt keine Rolle und wird dementsprechend schlecht ausgeführt. Wer da nicht selber vorsorgt, hat später teure Reparaturen zu erwarten.

 

Unterboden Rost 3

Ein erst 14 Jahre altes Wohnmobil der Premiumklasse. Trotz regelmässiger Wartung beim Hersteller erhebliche Schäden.

 

Wo liegt das Problem?

 

Eine falsche Konservierung…

Betrachtet man die Ausgangsposition für die Konservierungsmassnahme des Fahrgestellherstellers, so hat dieser alles richtig gemacht. So gut wie nötig und nicht so gut wie möglich, ist immer eine Frage des Preises.

Beim Wohnmobil ändert sich jedoch der Einsatzzweck grundlegend. Deshalb müssen entsprechende Massnahmen getroffen werden, um ein langes Fahrzeugleben zu garantieren. Wenn der Wohnmobilhersteller dies jedoch nicht tut, muss sich der Käufer irgendwann damit beschäftigen.

Da die Hohlraumkonservierung mit Mitteln ausgeführt wurde, die der ursprünglichen Lebenszeit angepasst sind, sollte hier rechtzeitig gehandelt werden. Industrielle Konservierungen härten mit der Zeit aus und werden brüchig. Es bilden sich Hohlräume und ungeschützte Flächen. Feuchtigkeit, Kondensate und Luft führen so bekanntlich zu ersten Rostansätzen und später sogar zu schwerwiegenden Rostschäden.

Wie so oft im Leben ist auch hier Vorsorge einfacher und preiswerter als Reparatur. Auch wenn heutzutage viele Wohnmobilhersteller moderne Materialien für Unterbodenkonstruktionen verwenden, fahren die Mehrzahl immer noch mit Holzböden und Holzkonstruktionen in den Seitenwänden umher. Die Probleme damit sind umfassend bekannt und spezielle Lösungen für die Vorsorge gibt es kaum.

 

Unterboden Kasten neu

Der Unterboden eines neuen Kastenwagen Wohnmobils. Von „artgerechter“ Konservierung weithin nichts zu sehen!

 

Was ist die Lösung?

 

Langzeitkonservierung… 

30 Jahre Lebenserwartung erfordert ein besonderes System – eine Langzeitkonservierung die auf die Besonderheiten eines Wohnmobillebens abgestimmt ist.

Die optimale Lösung dafür stammt ursprünglich aus dem Schiffbau. Aufgrund der hohen Belastung durch Seewasser erfordert die Konservierung der Ballastwassertanks von Hochseeschiffen ganz spezielle Beschichtungen. Diese speziellen Konservierungen wurden für Oldtimer optimiert und haben sich zwischenzeitlich auch bei Wohnmobilen bestens bewährt. Mehrere eigene Langzeittests haben dies eindrucksvoll bestätigt.

Das Besondere dieses Konservierungsverfahrens ist die Aufbringung einer sogenannten Sperrschicht. Das auf Basis von Lanolin hergestellte Material ist umweltverträglich und sauerstoffundurchlässig. Zudem bleibt diese Schicht dauerhaft elastisch, ist in höchstem Maße kriechfähig und verdrängt vorhandenes Wasser. Feuchtigkeit und Luft stossen hier auf eine unüberwindbare Barriere und diese verhindert den direkten Kontakt zum Blech oder Holz.  Keine Feuchtigkeit – kein Rost – kein Verrotten!

Der auf diese Schicht aufgetragene, spezielle Unterbodenschutz bleibt dauerhaft elastisch und „schwimmt“ sozusagen auf den zu schützenden Flächen. Hervorragend funktioniert dies auch auf allen Holzflächen.

 

brüchige Konservierung

Ausgehärtete und brüchige Konservierung nach 8 Jahren. Dauerhafter Schutz ist hier nicht mehr gewährleistet.

 


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2 Gedanken zu “Rost am Wohnmobil

  • Thomas Kusber

    Guten Tag, ich habe einen teilintegrierten Ducato aus 2008. Macht – ehrlicherweise Sinn – hier eine Behandlung der Hohlräüme und des Unterbodens durchzuführen?
    Gruss
    Thomas Kusber

    • asm1024 Autor des Beitrags

      Hallo Thomas, erfahrungsgemäß ist das Fahrzeug in Sachen Konservierung für maximal 10 Jahre ausgelegt. Der Hersteller FIAT hat ein Ducato Fahrgestell als Grundlage für das Wohnmobil geliefert, welches nicht besser konserviert ist, als alle anderen Ducato Transporter auch. Insofern ist für die zu erwartende Lebensdauer eines Wohnmobils eine Konservierung nach 9 Jahren sehr sinnvoll. Leider haben sowohl die Wohnmobilhersteller als auch die Händler keine Angebote für Konservierungen parat – die wollen ja neue Fahrzeuge verkaufen…

      Da die Kosten und der Aufwand für eine Konservierung überschaubar bleiben und Rostvorsorge später eventuelle Reparaturen erspart, macht das Ganze ehrlicherweise Sinn…

      Sonnige Grüße aus der Prignitz

      Frank Marien